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Chef-Artikel

Natur von Dr. Detlef Eichberg
 
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Wenn wir tief erkennen könnten, dass wir nie getrennt von der uns umgebenden Natur existieren, dann sähe es auf unserem - teilweise noch leidlich schönen – Planeten mit Sicherheit weniger besorgniserregend aus. Ich meine nun ausnahmsweise mal nicht die Lage der menschlichen Spezies mit ihren Machtbestrebungen, Egoismen und dekadentem Lebensstil. Ich spreche von der Natur mit ihrer ursprünglich aus sich selbst generierenden Vielfalt in perfekter Struktur und Harmonie.

Ich selbst ertappe mich in letzter Zeit immer öfter dabei, dass ich mich mit einem verdrängenden „Geht doch noch“ beruhige, wenn ich mit den Hunden durch die Landschaft streife. Hier im Odenwald ist die Natur doch noch in Ordnung. Wirklich? Wenn ich nicht mehr fähig bin wahrzunehmen, was sich im Laufe meiner Lebensjahrzehnte in Wald, Feld und Flur verändert hat, dann muss ich davon ausgehen, dass ich in meiner Sichtweise innerlich auf einem anderen Stern zuhause bin. Als erste (aus diffuser Angst resultierende) Abwehr-Reaktion entgegnet mir z.B. ein „Wird doch alles wieder schön grün und die Blumen fangen jedes Frühjahr neu an zu blühen.“ Klar wird es nach dem Winter im Frühjahr wieder grün. Aber bei den Blümchen sollten wir mal genauer hin sehen. Die sind eindeutig weniger geworden. An den Wegrändern, auf bewirtschafteten Wiesen – ich sehe da nicht viel Buntes mehr. Vielleicht noch ab und zu die Zähesten wie Löwenzahn, Hahnenfuß und Wiesenschaum-Kraut. Und wenn wir mal außer dem Sehen noch die Sinneswahrnehmung des Riechens hinzu nehmen, dann ist das meiner Wahrnehmung nach in den letzten zwei Jahrzehnten in Gottes Freigehege ebenfalls weniger geworden, ohne dass wir es bemerkt haben. Übrigens wird in Kleintierläden für Nager und andere Mümmelmänner nur noch Heu mit der Kräutervielfalt von Alm-Wiesen feil geboten. Das riecht tatsächlich noch.

Die Vielfalt der Natur ist auf dem Rückzug. Und wenn wir ein Teil der Natur sein sollten, so ist es doch logisch, dass wir Menschen irgendwann auch über den Tellerrand fallen. In China übersteigen die Smog-Werte das Zwölffache der Höchstwerte. Aber ist ja noch ein paar tausend Kilometer weg. Erst, wenn die Satelliten-Bilder unleugbar belegen, warum unser ehemals blauer Planet jetzt „Grauer Planet“ genannt wird, werden wir uns der Berichte der Ahnen erinnern, die von der selbstlosen Schönheit dessen, was damals Natur darstellte, schwärmten und die in Einklang mit diesem Segen ihr Dasein noch genießen durften.





Mex zu Besuch in der Apotheke Lützelbach



Mitgefühl von Dr. Detlef Eichberg
 
kur„Unn, ausgeschlohfe?“ Wenn mir diese Formulierung um elf Uhr vormittags als Gruß entgegen posaunt wird, dann ist mir sonnenklar: die Betreffenden interessieren sich nicht wirklich dafür, ob mein Schlaf erholsam war.

Was steckt tiefer hinter diesem vorgetäuschten Interesse an meiner Wachheit ? Ich unterstelle mal den unbewussten Impuls „Hoste dann schon was geschafft?“ Wenn man sich das harte Leben in ländlichen Bereichen über die Jahrhunderte hinweg vergegenwärtigt, so müssen sich zwei wesentliche Kriterien für die Wertschätzung eines Menschen bis in das Erbmaterial eingraviert haben: 1) Kommt er/sie bei Zeiten aus den Federn und 2) Ist er/sie auch fleißig)? Beide Bewertungen werden aus meiner Sicht in dem oben zitierten Gruß abgefragt.

Vor einigen Jahren machte der Spruch „Unn – bisde fit?“ die Runde. Merken Sie was? Wieder wage ich daran zu zweifeln, dass die Motivation für diese Erkundigung der reinen Nächstenliebe entsprungen ist. Was heißt denn „fit“? Wenn sich jemand nach meinem Befinden erkundigt, müssten doch eigentlich die Frage genügen, ob es mir gut geht. Aber das reicht in der heutigen Zeit der inflationären Superlative mit „Mega geil und Co.“ nicht mehr aus - „fit“ soll eben mehr als gesund oder zufrieden den Allgemeinzustand noch toppen.

Doch zurück zum Thema. Ich beobachte über einen langen Zeitraum hinweg eine zunehmende Ignoranz, wenn nicht sogar Verrohung in unseren zwischenmenschlichen Beziehungen. Wenn jemand sein Gegenüber fragt, wie es ihm geht, so wollen Viele nicht wirklich hören „Danke, gut!“ Die von tiefem Mitgefühl geprägte Äußerung „Gell des Bein wird aa nix meij...“ ist keine von mir aus der Luft gegriffene Übertreibung, sondern entspricht einem tatsächlich erlebten Nachsetzer auf die Frage nach dem werten Befinden. Wenn ich mich auf Defizite und Unpässlichkeiten der anderen stürze, brauche ich meine eigenen Probleme nicht mehr anzuschauen. So einfach funktioniert diese Form der Ablenkung. „Die werde aa geschiede, der iss kurz vorm Bankrott, die
krieje kein Geld z`amme“ und so weiter.

Ich müsste lügen, wenn ich mich nicht selbst auch schon mal dabei ertappt hätte, dass ich mein Unheilsein in anderer Leute Probleme projiziert hätte. Ein psychologisch verständlicher Mechanismus, aber hinsichtlich eines reifen Umgangs mit Widerständen kontraproduktiv.

Fazit: Mitleiden macht keinen Sinn. Aber das zunehmend schwindende Potential an Mitgefühl lässt uns um eine wesentliche Qualität des Menschseins ärmer werden.



Apitherapie von Dr. Detlef Eichberg
 
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Über Jahrtausende war Honig das einzige Süßungsmittel, das dem Menschen zur Verfügung stand. Sehr früh erkannte man jedoch auch, dass der Honig mit seinen Inhaltsstoffen mehr Qualitäten als nur die Süße aufzuweisen hatte. So wurde Honig bereits in der Antike als universelles Wundheilungsmittel eingesetzt. In der Tat bewirken die im Honig enthaltenen Enzyme eine Reinigung der Wunde von Mikroorganismen, die Entzündungen provozieren können. Die im Honig enthaltenen Fruchtzucker absorbieren Wundsekrete, so dass eine schnelle Verkrustung und Wundheilung möglich wird. Honig wirkt des weiteren innerlich entgiftend, indem er den Leberstoffwechsel unterstützt. Im russischen Kulturbereich ist eine ebenfalls entgiftende Honigmassage sehr beliebt. Schließlich fördert Honig einen regelmäßigen Stuhlgang, besonders bei verhärtetem, ausgetrockneten Darminhalt. Allgemein kann Honig mit der großen Vielfalt an Vitalstoffen wie Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen als kräftigend gelten. Nun aber zu den einzelnen Bienen-Produkten, die in der sogenannten Apitherapie Einsatz finden. Bei dem Vorgang des Nektar-Sammelns kommt es nicht nur zur Bestäubung der Pflanze, es bleiben immer ein paar Pollen in kleinen Säckchen, den„Pollen-Höschen“, an den Beinen der Bienen hängen. Dieser Pollen wird als Nahrung für die heranwachsende Brut im Bienenstock eingelagert. Mittels so genannter Pollen-Fallen kann man einen Teil der Pollen ernten und zur Kräftigung des Urogenitaltraktes einnehmen. Pollen reduziert eine gutartige Vergrößerung der Prostata und stärkt die Blase. Propolis, ein von den Bienen aus Knospen und Baumharz hergestelltes Produkt, weist antivirale, antibakterielle und immun-stimulierende Eigenschaften auf. Die Bienen kleiden damit den Bienenstock zum Schutz vor Befall mit Pilzen und schädlichen Mikroorganismen aus. Gelée Royale, die in den Schlund-Drüsen der Biene gebildete Königinnen-Nahrung, könnte man metaphorisch als Jungbrunnen bezeichnen, indem die Einnahme besonders in den Wechseljahren des Mannes meine Artgenossen unterstützt. Sogar das für die Schmerzen nach einem Bienenstich verantwortliche Bienengift wird in jüngster Vergangenheit als Therapeutikum in der Apipunktur, einer Akupunktur mit Beigabe kleiner Mengen Bienengift zur Reduzierung rheumatischer Beschwerden angewendet. Auch die Behandlung von Multipler Sklerose mittels Bienengift befindet sich in der Erprobung: Harmonisierende Einflüsse an der Epiphyse, der Hirnanhangsdrüse, werden derzeit noch erforscht. Bevor Bienengift therapeutisch eingesetzt wird, muss zuvor auf eine etwaige Allergie getestet werden, da es nach Bienenstichen sogar Todesfälle infolge eines anaphylaktischen Schocks gegeben hat. Übrigens stirbt die Biene, wenn sie ihren Stachel zur Verteidigung einsetzt, da beim Wegfliegen der Stachel stecken bleibt und die Eingeweide aus dem Unterleib der Biene gerissen werden. Daher wird Bienengift durch „melken“ der Bienen gewonnen, indem die Bienen auf einem Metallgitter kleine Stromstöße erhalten, wonach sie ihren Stachel ausfahren und das Gift in eine unter dem Gitter liegende Wanne abgeben, ohne dass der Stachel stecken bleiben kann.

Mögen uns die seit Millionen von Jahren existierenden fleißigen Lieschen noch recht lange
ihre hilfreiche Medizin und Anti-Aging-Produkte zur Verfügung stellen.



Gebet eines älter werdenden Menschen.
 
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Lieber Gott,
Du weißt besser als ich, dass ich von Tag zu Tag älter
und eines Tages vielleicht richtig alt sein werde.

Bitte bewahre mich von dem Zwang, bei jeder Gelegenheit
und zu jedem Thema etwas sagen zu müssen.

Erlöse mich von der großen Leidenschaft, die Angelegenheiten
anderer ordnen zu wollen.

Lehre mich, über meine Krankheiten und Beschwerden zu schweigen.
Sie nehmen zu – und die Lust, sie zu beschreiben, wächst von Jahr zu Jahr.

Lehre mich die wunderbare Weisheit, dass ich mich irren kann.
und bitte erhalte mich so liebenswert wie möglich.

Danke, Dein Detlef










Zwischen den Welten

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Curcumin von Dr. Detlef Eichberg
 
kurAlso wenn ich schon in Postwurfsendungen oder der Regenbogen-Presse lese „zahlreiche Studien haben ergeben...“ dann bekomme ich als ehemals pharmakologisch forschender Pharmazeut einen gelinden Affen. Nicht, dass ich alternative Therapien ins Abseits stellen wollte – ganz im Gegenteil. Und es muss für mich auch nicht immer ein zwingender Beweis an Wirksamkeit naturheilkundlicher oder homöopathischer Mittel erbracht sein, wenn die Erfahrung zeigt, dass die Patienten Linderung, wenn nicht gar Heilung erfahren. Da gilt für mich nach wie vor die Maßgabe „Wer heilt hat recht“. Werden jedoch nebulös Studien in den Raum gestellt, die es gar nicht gegeben hat, dann, ja dann ist das Scharlatanerei und Betrug.

Hier nun ein Beispiel seröser Forschung im Bereich Naturheilkunde: Dass das Gewürz Curcuma in der ayurwedischen Medizin aufgrund Jahrtausende langer Erfahrung auch als Heilmittel eingesetzt wird, ist ein unanfechtbarer Fakt. Dass die Wirksamkeit besonders auf den Inhaltsstoff Curcumin zurück zu führen ist, dies ist erst in jüngster Vergangenheit durch seriöse Forschungsergebnisse heraus gekommen. Hierbei stellt eine generelle Entzündungs-Hemmung eine herausragende Indikation dar, was nachweislich durch die Reduktion von Entzündungs-Faktoren, wie z.B. Zytokinine, COX- und LOX-Enzyme, sowie Blockierung der Prostaglandin-Synthese zustande kommt (das Fach-Chinesisch sei nur mal bekräftigend für erforschte biochemischer Parameter zitiert). Also macht die Einnahme von Curcumin bei chronischen Entzündungen wie Gelenkrheuma und entzündlichen Erkrankungen im Magen-Darm-Trakt Sinn.

Ebenfalls erforscht ist der positive Einfluss von Curcumin als Zellschutz im Gehirn (Neuroprotektion). Die zusätzliche Verringerung von Amyloid-Peptiden, deren vermehrte Bildung die Alzheimer´sche Erkrankung fördert, lässt Curcumin als vorbeugendes Mittel gegen Beeinträchtigungen der Hirnleistung anraten.

Schließlich könnten noch zahlreich weitere tatsächlich existierende Studien zitiert werden, die Curcumin zu einem hervorragenden Stellenwert im Bereich Nahrungsergänzungs- und Heil-Mittel mit positiver Wirkung auf Leber, Herz und Immunsystem verhelfen. Mein hauptsächliches Anliegen bestand indes in einer andeutenden Übermittlung, wie Studien zitiert werden müssen: Definitive Angebe der Ergebnisse und Quellen.



Erleuchtung

Erleuchtung von Dr. Detlef Eichberg
 
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Wäre ich ein spiritueller Meister, so müsste ich mich hinsichtlich dieser Thematik bedeckt halten. Denn wahrhaft „Erleuchtete“ sprechen nicht über diese ihre Erfahrung. Sie ist nämlich verbal nicht vermittelbar. Allenfalls in Gleichnissen, die aber auch oft Gefahr laufen, missverstanden zu werden. Die Aussage Christi „Der Vater und ich sind Eins“ stellt für mich eine Metapher für tiefe Erleuchtung dar. Und das scheint es zu sein: nur in Ausnahmefällen ein „Blitzphänomen“, in der Regel eher eine verdeckte Zunahme der Ich-Losigkeit und des Eins-Werdens mit dem „was ist“. Die Früchte des Friedens, der Liebe und der Empfindung des Nicht-Getrenntseins von allem was existiert sind Zugaben, die man sich nicht durch Beten, Meditieren und frömmelndem Bemühen „erarbeiten“ kann. Der mystische Weg ist ein Prozess, der sich von der Geburt bis zum Tod eines Menschen vollzieht. Dabei können Gebet und Meditation als Weg-Bereitung zuträglich sein, weil ich mich dann dieser reinigenden Gnade – sozusagen passiv – besser überlassen kann. Ich gebe dann der göttlichen Wirklichkeit die „Chance“, durch den Panzer meiner Ich-Sucht in mein Bewusstsein durchzubrechen und bestenfalls dann auch durch mich wieder in die Welt auszustrahlen.

Ich kann also wirkliche Erleuchtung nicht „machen“. Esoterische Kreise hingegen locken mit diesen Versprechungen, indem sie Kochrezepte für Selbstverwirklichung für ansehnliche Geldbeträge anbieten. Damit sind die falschen Gurus sehr erfolgreich, denn das ist ein sehnsüchtiger Traum in einem Jeden von uns Menschen: ein Abonnement auf totales „weg mit mit allem Negativen“. Das kann man auch außerhalb des spirituellen Anspruches schon bei Kindern erkennen. Ob Mangas, Batman oder Asterix und Obelix – wir saugen die Allmächtigkeit unserer Helden in uns auf, damit wir ein wenig Trost durch die Illusion erhaschen, dass wir nicht leiden brauchen, wenn wir so werden wie unsere Idole. Nur diesen dafür erforderlichen Zaubertrank gibt es nicht zu kaufen. Braucht es auch nicht, denn alle Erkenntnis ist bereits in uns vorhanden. Leider unter Unmengen an Müll, sodass wir diese Erkenntnis nicht wahrnehmen.

In Situationen, wo wir völlig mit uns eins sind, beim Betrachten eines Sonnenuntergangs, eines Gänseblümchens oder im Gottesdienst, da lodert dieser Friede in uns auf, der durch unsere problematische Beziehung zu uns selbst und zu der Welt im ständigen Herumturnen in Vergangenheit und Zukunft, in ständiger Bewertung in positiv und negativ, verunmöglicht wird.



Lebenssinn

Lebenssinn von Dr. Detlef Eichberg
 
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Da stelle ich doch mal gleich zu Beginn die schockierende These in den Raum:
„Das Leben ist Sinn-los.“ Ui, das klingt aber depressiv! - Entspannen Sie sich jedoch erst einmal und schauen Sie sich die Wörter wertfrei einzeln an: „Das-Leben-ist-Sinn-los“. Jedes Wort für sich erschreckt uns wohl kaum. Erst die Aneinanderreihung als zusammenhängender Satz lässt uns eine scheinbar negative Aussage interpretieren. Und jetzt setze ich noch eins drauf und sage Ihnen, dass ich den Satz absolut positiv empfinde. Denn es hat mir in den über sechs Jahrzehnten, die ich hier auf dem Übungsplaneten mittlerweile herum tappe, noch niemand eine zufriedenstellende Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens geben können. Wir jagen allesamt dieser Fragestellung nach und suchen an allen möglichen und unmöglichen Plätzen, sowie philosophischen und religiösen Richtung nach einer Antwort. Und wir merken nicht, wie wir durch diese getriebene Suche das Leben selbst verpassen. Könnte es sein, dass wir gar nicht nach dem Sinn des Lebens fragen müssen, weil das Leben als reines Sein sich selbst einen Sinn gibt? Vielleicht gibt es eben nichts weiter zu tun, als dem Leben Raum zu geben, als das Leben so zu leben, wie es gerade in diesem Augenblick von ganz allein sich ergibt, vollzieht und gelebt werden will? Wir wollen dem Leben einen Sinn geben. Wir wollen indirekt das Leben „machen“, es selbst bestimmen und ihm dadurch einen Sinn aufdrücken. Aber dieser Sinn wird nie die ganze Wahrheit offenbaren, sondern immer menschlich hausgemacht bleiben.

Seltsamerweise hat sich das Leben für mich in seiner ganzen Fülle immer mehr erschlossen, je weniger ich nach seinem Sinn gefragt habe, sondern die Abertausende an Puzzleteile von Sinn-Aspekten wie Glück, Leid, Freude, Trauer, Arbeit, Muße, Liebe, Neid, Hoffnung, Verzweiflung, Vertrauen, Enttäuschung, und unzähliges mehr als Teilantworten auf die Sinnfrage im Leben (und nie ganz umfassend zu beantworten) akzeptiert habe.



Glaubenssätzevon Dr. Detlef Eichberg
 
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Nicht dass man jetzt abwinkend vermuten möge, ich wolle ob der Überschrift religiöse Überzeugungen unter die Lupe nehmen. Nein, ich will vielmehr versuchen, mich der fast schon hypnotischen Wirkung von selbst erworbenen und/oder eingeredeten Überzeugungen zu widmen. Wie und wodurch wird unsere Sicht der Dinge in der Welt von außen geprägt? Diese Frage kann ich keineswegs umfassend beantworten, das wäre ein Lebenswerk mit philosophischen, soziologischen
und psychologischen Dimensionen. Insofern schon ein wenig auch das, womit moderne Religionen den Menschen unterstützen könnten.


„De Vochel, der am Morsche singt, frisst ouwens die Katz.“ Im Klartext: Freu´ dich nicht zu früh! Wie oft hat mich dieser Glaubenssatz schon ausgebremst, wenn ich mich in Vorfreude auf einen bevorstehenden Anlass befand. Hinter solch skeptisch-negativen Einstellungen mögen wohl zahlreiche frustrale Referenzerfahrungen und Enttäuschungen stehen, aber dennoch sind sie keine zwingende Berechtigung für Hochrechnungen nach dem Motto „Wenn ich immer das Schlimmste befürchte, kann ich nicht enttäuscht werden.“ Wie viel Chancen einer positiven Erfahrung hat diese Einstellung bei Hobby-Skeptikern schon kaputt gemacht. Und so kann es sich wie ein roter Faden durch alle Lebensbereiche ziehen: „Ohne Fleiß kein Preis“- was natürlich in gewissem Umfang seine Berechtigung hat, aber nicht bedeutet, dass das ganze Leben nur Mühsal ist und jeglicher Erfolg unsägliche Anstrengungen kosten muss. „Dess werd sowieso wirrer nix. Komm gib her, das kannst doch nicht. Immer trifft es mich, ich habe immer Pech. Alle sind hübscher und klüger als ich. Das kriege ich nie hin...“


So könnte man das endlos fortsetzen. Mitunter erinnere ich mich der Entstehung
einiger Glaubenssätze in frühester Kindheit. Zum Beispiel, als ich auf der Zither meiner älteren Schwester klimperte und alle mit der Einrede reagierten „Was für eine Katzenmusik!“ Danach hatte ich kein Vertrauen mehr, ein Musikinstrument zu erlernen. Ebenso ging es mir mit anderen künstlerischen Ambitionen, zum Beispiel dem Malen: „Was für ein Krickel-Krackel!“ Immer wieder hörte ich „Du bist praktisch unbegabt, du hast zwei linke Hände.“ Und es wurden Glaubenssätze über mich selbst. Zum Teil laufe ich immer noch Gefahr, zu glauben, dass da was dran ist.


Später habe ich erfahren, dass diese negativen Einreden entmachtet werden und gegen positive Überzeugungen sich selbst und der Welt gegenüber ausgetauscht werden können: „Ich bin wertvoll und liebenswert. Beim nächsten mal klappt´s bestimmt. Ich freue mich auf morgen. Ich werde diesen Schicksalsschlag verkraften. Da kommt noch was! Ich darf gesund werden.“ So kann ich nach und nach gute, unterstützende Glaubenssätze aufbauen. Es ist kein Egoismus, sich selbst zu lieben. Wir haben im Gegenteil die Verantwortung uns selbst gegenüber, dass wir uns vor negativen Einflüssen schützen und den nieder machenden Einreden positive Glaubenssätze entgegen setzen.




Wohlwollenvon Dr. Detlef Eichberg
 
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„Wie man in den Wald ruft, so schallt es heraus.“ - Wer kennt nicht diese Weisheit des Volksmundes. Nur wir beachten sie kaum. Wir pochen auf unser Recht, und zwar mit Nachdruck. Wenn es sein muss, auch eine Stufe stärker mit aggressiveren Drohungen. Nun versuchen Sie mal ein wenig inne zu halten und sich an Situationen zu erinnern, in denen Sie sich auf Gedeih und Verderb durchsetzen wollten. Vielleicht hatten sie damals vordergründig den Eindruck der Genugtuung, dass Sie den Kampf gewonnen haben. Nur wie viel Federn mussten Sie selbst dabei lassen, ohne es bewusst zu merken? Und wie groß war der durch Ihre Vehemenz entstandene Scherbenhaufen nach einem heftigen Streit?


Ich predige mit dem bisherigen Überlegungen nicht, dass wir die andere Backe auch noch hinhalten sollten, wenn uns jemand verletzt hat. Aber auch das „Auge um Auge – Zahn um Zahn“ macht keinen Sinn. Wir haben es leider nur in den seltensten Fällen gelernt, ausgewogen zu kommunizieren und so zu „streiten“ (besser: zu verhandeln), dass es keine schlimmen Wunden und Narben hernach gibt. Da ich gerne in Bildern denke, stellen Sie sich mal vor: morgens um halb Sieben, als Sie gerade noch ein süßes Träumlein zu Ende träumen wollten, fängt draußen ein Presslufthammer zu rattern an. Daraufhin schwillt Ihnen der Kamm: „Eine Unverschämtheit ist das! Jetzt um diese Zeit! Ich werde mich beschweren!“ - Gegen die Beschwerde wäre ja grundsätzlich auch nichts einzuwenden. Nur in dieser Verfassung mit Wut und Zorn bis „Oberkante Unterlippe“ schaffen Sie ein energetisches Feld von entsprechend negativer Qualität. Der Ärger steigt dann noch bei der Erkenntnis, dass bei den Behörden vor anderthalb bis zwei Stunden niemand zu erreichen ist.


Anstatt jetzt die letzte Prüfung für´s HB-Männchen (die Älteren kennen das noch aus der Zigaretten-Werbung) auch noch zu absolvieren, könnten Sie das Experiment wagen, tief durch zu atmen und die Situation eine Sekunde mal so sein lassen, wie sie ist. Ohne Bewertung, einfach wahrnehmen „Ah, da sind laute Geräusche draußen“. Ich nehme sie wahr und versuche, den Augenblick in seinem So-Sein so gut wie möglich stehen zu lassen. Und dann gehe duschen und frühstücken und um Acht ans Telefon. Nicht mehr Wut verkrampft, sondern so ruhig wie es mir in diesem einen Moment, der gleich wieder in den anderen übergeht, möglich ist. Und - oh Wunder, am anderen Ende der Leitung meldet sich in einem freundlich Ton die zuständige Stelle des Straßenbauamtes. Als ich meine Beschwerde vorbringen möchte, hört der Lärm urplötzlich draußen auf. Na so was? Ich schildere die Situation und bitte darum, dass zukünftig doch auf einen erträglichen Zeit-Beginn lauter Arbeiten geachtet wird.


Die andere Seite zeigt Verständnis und verspricht, Störungen zur Unzeit zu vermeiden.



Frieden von Dr. Detlef Eichberg
 
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Gewalt entspringt unserem unbewussten Wunsch, dem Leiden entfliehen zu wollen. Weil wir jedoch dem Leiden nicht entfliehen können, entwickelt sich aus unbewusster Angst Gier, Ignoranz und Hass als Ablenkungsmanöver. Zudem haben wir Menschen das Bewusstsein dafür verloren, dass wir Teil des Ganzen, Teil der Schöpfung sind. Dies ist für mich ein Aspekt der Vertreibung aus dem Paradies. Wir empfinden uns fälschlicherweise als getrennt von allem was existiert. Und so meinen wir, uns gegen dieses Außen ständig schützen zu müssen. Das ist die Wurzel feindlichen Denkens. Wir grabschen nach jedem erdenklichen Strohhalm der vermeintlichen Sicherheit. Aufgrund dieser mannigfaltigen Ängste kommt es in unseren unterbewussten Tiefen zur instinktiven Aktivierung einer unnötigen Verteidigungsbereitschaft. Ein Prozess, der leicht in eine aggressive Grundhaltung mündet. Bei der geringsten Provokation eskaliert der Drang zur Gewalt und Menschen ziehen in den Krieg.


Wir sehen also, dass dem Frieden die Angst des Individuums im Wege steht. Daher werden es auch keine politischen oder ideologischen Systeme schaffen, Kriege auf Dauer zu verhindern. Es geht in erster Linie für mich um die Heilung des Einzelnen im Sinne von Vertrauen zu Gott und die Liebe zu sich selbst, sowie zu allem Anderen. Dies kann die Gesellschaft heilen, nicht die Gesellschaft den Einzelnen - zumindest nicht, wenn es um die Bereitschaft zum Frieden geht.


Ich hatte Anfang der Achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts die Einladung der Friedensbewegung bezüglich einer Mitgliedschaft abgelehnt, weil ich den Frieden in mir noch nicht gefunden hatte. Ich wollte mir keine Taube auf´s Auto kleben, solange ich noch den Falken im Kofferraum lauern hatte.


Trotzdem ist Frieden keine Illusion. Er rückt näher, wenn wir unsere Verbundenheit und unser Eins-Sein mit der Schöpfung erfahren. Wenn wir uns unserer Gottes.Kindschaft gewahr werden, spüren wir, dass wir nie aus der Liebe Gottes heraus fallen können. Dies ist für mich ein unsagbar tröstlicher Aspekt des urchristlichen Religionsverständnisses und mündet für Christen in die Frohe Botschaft an Weihnachten.







Anfang von Dr. Detlef Eichberg
 
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Eine die Menschheit intensiv bewegende Frage ist wohl die nach dem Anfang. Aber keine der sich rasant entwickelnden Wissenschaften konnte bisher beweisen, wo das Universum genau angefangen hat und wo es endet. Natürlich steht in meinem Personalausweis, wann es mit mir als diesem Menschen auf diesem Planeten begonnen hat. Nur, vielleicht war ich ja vorher schon irgendwo. Und wenn meine Hardware am Lebensende schlapp macht, war´s das dann mit mir?

Schaut man nach dem Alter der Erde und vergleicht das mit dem Alter der Menschheit, so kann man verblüfft feststellen, dass unsere Spezies mehrere Milliarden Jahre gar nicht statt fand – und keiner hat uns anscheinend vermisst. Das ist mit Vielem so in der Evolution. Da ist Vieles schon gekommen und auch wieder verschwunden. Aber wir tun so als Krone der Schöpfung, als ob nach uns nichts Besseres mehr nachkommt. Wenn mir solch eine wichtigtuerische Schwingung aus den Fußgängerzonen entgegen schwappt, dann stellt sich mir manchmal die Frage, ob wir vielleicht nicht doch ein Betriebsunfall der Schöpfung sind. Auch global gesehen erweckt die flächendeckende Eskalation von Gewalt, Klimaveränderung, Ressourcen-Verschwendung und Arm-Reich-Schere den Eindruck, dass wir uns in naher Zukunft eigenhändig selbst neutralisieren könnten. Nach einem atomaren Supergau – was der liebe Gott verhüten möge – lacht dann nach zwei bis drei Milliarden Jahren der erste Einzeller wohl wieder über uns.

Nun stehen wir nach unserem abendländischen Kalender am Anfang eines neuen Jahres. Da werden wie immer zum Jahreswechsel Tausende gute Vorsätze in der Art gefasst, als dass man dieses Jahr z.B. endlich mehr auf seine Gesundheit achtet, bescheidener lebt, Stress dekompensiert usw. Alles gut und schön. Aber zu neunundneunzig Prozent geht der alte Trott dann doch wieder so weiter wie all die Jahre zuvor. Kann man da was verändern, besser machen? Vielleicht sollten wir uns erst mal den Druck nehmen, es „machen“ zu wollen. Denn letztendlich lassen sich Glück und Frieden nicht machen. Wenn wir versuchen, nicht in „Anfang und Ende“ zu denken, sondern für die Verwandlung „im Jetzt“ offen sind, die nicht irgendwann statt findet, sondern unser ganzes bisheriges Leben schon in uns schlummernd darauf wartet erwachen zu dürfen, dann kommen wir in einen Fluss, eine eigene Dynamik, die uns führt. Dies ist jedenfalls meine Erfahrung, seitdem ich dem lieben Gott von den Füßen gegangen bin.





Paar-Beziehung von Dr. Detlef Eichberg
 
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Nicht nur in der Regenbogen-Presse, auch bei seriösen Nachrichtendiensten vergeht kein Tag, wo nicht der neueste Tratsch über das Liebesleben von Stars und Sternchen verhackstückt wird. Und wir steigen emotional mit ein, lauerte doch in uns allen die Sehnsucht nach der großen Liebe. Nur, wenn wir ehrlich sind, haben wir alle mehr oder minder die Erfahrung gemacht: Verliebtheit dauert eine gewisse Zeitspanne. Nach einer geraumen Zeit des Turtelns schleicht sich dann der Alltag ein und wir wundern uns, dass es in der Partnerschaft auf einmal auch Reibung oder schlimmstenfalls Langeweile gibt. Aber Entschuldigung – wir hatten uns in einen Menschen verknallt, in dessen Nähe wir uns zwar wohl fühlten, den wir aber vom Charakter und sonstigem Naturell her überhaupt nicht kannten. Und jetzt wird es spannend, wie wir diese Beziehung weiter aufrecht erhalten können, statt in irrationalen Zweifeln gar geneigt zu sein, das ursprüngliche „Ja“ zueinander in Frage zu stellen.

Wohl wissend, dass es für Partnerschaft keine Kochrezepte gibt, so maße ich mir dennoch an zu behaupten, dass ein gutes Konzept für ein Mindestmaß an partnerschaftlichem Gelingen im gegenseitigen Lassen liegt – die Andersartigkeit, die Macken, Ecken und Kanten des Anderen mal im erträglichen Ausmaß aushalten und für sich die eigenen Talente entdecken und leben. Wenn ich dann noch die Verhaltensweisen des Gegenübers als grenzwertig erfahre, dann kann ich davon berichten, wie es mir damit geht. Also nicht mit dem Finger auf den Anderen zeigen mit all dem bekannten „Du hast, Du solltest, Du müsstest“.

Jeder Mensch ist ein einzigartiges Individuum und Jeder sollte in seinem Menschsein zu seiner wahren Mensch-Werdung heranreifen. Dann bringe ich auch die Toleranz auf, die es in der Partnerschaft für ein gutes Gelingen unabdingbar braucht. Ein gutes Gelingen wiederum mündet mit der Zeit in eine gefestigte Weg-Gemeinschaft mit der Erfahrung „Zusamme alt werrn iss schöner als ständisch verliebt zu sei.“





Eigennutzvon Dr. Detlef Eichberg
 
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Ich gebe zu: in meinem Leben – besonders in jungen Jahren – habe ich Dinger gedreht, die mir heute noch immer mehr als peinlich in Erinnerung sind. Und ab und zu holt mich die Versuchung immer noch ein, irgendwas zu tricksen, um einen persönlichen Vorteil daraus zu ziehen. Nur weiß ich mittlerweile, dass die vorsätzlich eigennützige Unaufrichtigkeit sich nicht lohnt. Irgendwann falle ich nämlich erfahrungsgemäß, vielleicht nicht in konkretem Zusammenhang mit der von mir begangenen Unlauterkeit, aber dennoch als daraus resultierend negativen Quittung, voll auf die Schnauze. Ich habe dies klar erkannt und versuche, mit einem Mindestmaß an Ehrlichkeit und eigenverantwortlichem Bemühen um existentielle Notwendigkeiten mir nichts mehr zu ergaunern.

Gleichzeitig ist es mein Anliegen, nicht moralisch bewertend mit dem Finger auf jene zu deuten, die sich einen Doktortitel unrechtmäßig erschlichen, durch Vetternwirtschaft finanzielle Vorteile erbeutet, oder das gesellschaftliche Sozialsystem durch Steuerhinterziehung, Veruntreuung von Allgemeingut und mafiöse Verquickungen zum Teil schwer geschädigt haben. Mit diesen Figuren habe ich sogar Mitleid. Was hat´s denn gebracht? - Auf Dauer wird das nämlich auch nicht verhindern, dass in dreihundert Jahren sich kaum einer an uns erinnert. Und die Frage nach dem Nutzen unlauterer Verhaltensweisen stelle ich auch allen Wirtschaftskriminellen und Hochstaplern, die, bezüglich ihrer betrügerischen Ambitionen unerkannt, ein hohes Ansehen in der Bevölkerung genießen. Eigentlich halte ich diese gerissenen Neunmalklugen im Prinzip für dumm, weil sie Andere für dumm verkaufen. Wie arm muss deren Selbstverständnis sein, dass sie darauf angewiesen sind, sich durch Gaunereien zu befriedigen.

Ich kann diese Einstellung nur für mich vertreten, würde deren Früchte jedoch Jeder und Jedem wünschen: Ich fühle mich am wohlsten, wenn ich „durch meiner Hände Arbeit“ mein Brot verdiene, mit einem einfachen Leben zufrieden bin und noch nicht einmal nach einem Lotto-Gewinn schielen muss.
Und ich schreibe das hier an dieser Stelle, weil ein ehrliches Leben gesund erhält und Gaunereien, Machtmissbrauch und sonstige Egoismen zwingend krank machen.




Angst von Dr. Detlef Eichberg
 
angstWie der Mut und die Freude, so gehört auch die Angst zur menschlichen Natur. Sie ist überlebensnotwendig, wenn Gefahr von außen droht, zum Beispiel in Form eines
herannahenden Fahrzeuges beim Überqueren der Straße. Auch die ausgeprägte Angst beim Erleiden eines Herzinfarktes, also Gefahr von innen, führt zu sinnvoller
Gegenreaktion, indem man die schnellstmögliche medizinische Hilfe einfordert.

Aber Angst kann auch ihre Schutzfunktion verlieren und sich verselbständigen. Angst vor Dunkelheit, Spinnen, geschlossenen Räumen, hohen Standpunkten und vieles mehr, ist irreal und macht keinen Sinn. Dennoch ist es für die Betroffenen, die unter solch einer Angststörung oder Phobie leiden fast unmöglich, sich aus eigener Kraft davon zu befreien. Im Gegenteil: je mehr man versucht, dagegen anzugehen, um so schlimmer wird es. Da ist die Panikattacke auf dem Sprung.

Als Konsequenz werden Vermei-dungs-Strategien ausgeheckt. Ich betrete einfach keinen Fahrstuhl mehr, gehe nicht auf öffentliche Veranstaltungen, fliege nicht in ferne Länder und steige nicht auf hohe Berge. Hierdurch wird jedoch die Angststörung immer mehr stabilisiert, wenn nicht sogar verstärkt. Meist reicht dann
lediglich der Gedanke an eine scheinbar bedrohliche Situation aus, um einen Affen zu kriegen (”Angst vor der Angst“).

Die Ursachen für die Entwicklung einer Angststörung sind komplex. Ein überbehütender, ängstlicher Erziehungsstil, der dem Kind nichts zutraut, ein ängstliches Naturell der Eltern („Erziehung zur Angst“), oder auch traumatisierende
Erfahrungen wie Gewalt in der Familie, sexueller Missbrauch, Alkoholismus, sowie reale Situationen, in denen Panik erlebt wurde, zum Beispiel Steckenbleiben im Aufzug, Hundebiss, Eingeschlossensein nach Autounfall, Trennung, Arbeitsverlust, können zu krankhaften Angstzuständen führen.

Bei alledem sind Phobiker , also Menschen, die unter Panik und unbegründeten Angstzuständen leiden, hochsensible, intelligente Wesen. Eine Dumpfbacke kommt schwerlich ins Grübeln, ob da irgendwo eine Gefahr lauern könnte. So litt auch
das Universalgenie Johann Wolfgang von Goethe an Phobien. Der große Dichter und Naturwissenschaftler konnte kein Blut sehen und auch nicht auf hohe Türme steigen. Er entwickelte intuitiv seine eigene Therapie, die auch heute noch in Form einer Konfrontation mit dem Angstauslöser verhaltenstherapeutischer Standard ist: Er besuchte Anatomie-Vorlesungen, setzte sich zunächst in die hinterste Reihe des Hörsaales, um dann bei den folgenden Lehrveranstaltungen immer eine Reihe weiter nach vorne zu rücken, bis er schließlich in der ersten Reihe die Bauchauftrennung einer Leiche hautnah aushalten konnte. Ähnlich verfuhr er mit seiner Höhenangst, in dem er immer, wenn er an einem Kirchturm vorbei kam, ein paar Stufen hinauf stieg, bis er irgendwann ganz oben stand. Wichtig dabei ist die Ausgewogenheit zwischen mutiger Überwindung und Abbruch der Aktion, wenn die Panik einen Grenzwert übersteigt. Also sich der Problematik stellen, ohne sich mit Zwang zu überfordern.

Medikamentös können Angststörungen mit entsprechenden Psychopharmaka runter gekühlt werden. Die Therapie gehört in die Hand erfahrener Neurologen, weshalb ich meinerseits keinen weiteren Senf mehr dazu geben will. Es können dann durch diese Medikamente positive Referenzerfahrungen gemacht werden, die sich auf der Festplatte im Unterbewusstsein abspeichern und der Spuk löst sich bestenfalls nach und nach auf, ohne dass die Medikation lebenslang fortgesetzt werden
müsste. Psychotherapie, vor allem die verhaltenstherapeutischen Ansätze, sollten unbedingt mit ins Behandlungsboot.

Übrigens hatten die alten Mönchs-Väter in der Wüste noch folgenden Trick: sie haben die Dämonen ausgelacht.



Burnoutvon Dr. Detlef Eichberg
 
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Wieder solch eine Modediagnose, die als Sammelbecken aller diffus seelischen Unpässlichkeiten in unserer zum Teil Sinn-entleerten Zeit herhalten muss. Allein meine eigene Überwindung, die es mich kostet, dies hier zu formulieren, könnte ich sofort unter besagter Rubrik verbuchen - „Isch heb Börnaut“. Folgende Merkmale sollen als Auswahl der am häufigsten beschriebenen Symptome des „Ausgebranntseins“ Erwähnung finden: chronisch emotionale Erschöpfung, Sinnverlust auf beruflicher und privater Ebene, Antriebslosigkeit, Schlafstörungen, Tagesmüdigkeit, Zukunftsängste, Panikattacken, gesteigerte Aggressivität und Zynismus der Umwelt gegenüber. Auch körperlich-organische Beschwerden wie Schwindelanfälle, Herzrasen, Nervenschmerzen und Atembeschwerden könnten dem Burnout-Syndrom zugeordnet werden.


In der Tat kommt es in den letzten Jahren vermehrt zu einem Zusammenbruch der psychischen Fitness, indem wichtige Botenstoffe wie Dopamin, Serotonin und andere körpereigene „Glückshormone“ weniger konzentriert im Motivationszentrum des Mittelhirns aktiv sind. Bei Experten herrscht weitgehend Einigkeit darüber, dass Burnout eher ein trendiger Begriff für eine erschöpfungsbedingte Depression ist. Fehlende Anerkennung in Beruf und Gesellschaft bei stetig steigendem Leistungsanspruch, irrationale oder auch konkrete Zukunftsängste, spannungsfördernde Umwelteinflüsse (Elektrosmog, Lärm, sonstige Reizüberflutung), hoher Perfektionsanspruch und Aufopferungsbereitschaft in sozialen Berufen und anderes mehr, lassen die Batterie leer werden. Aber auch die Übersättigung mit materiellen Statussymbolen („dickes“ Auto, feudales Anwesen, Urlaub in der Karibik) kostet viel Kraft, da es immer noch mehr gesteigert werden oder zumindest aufrecht erhalten werden muss. Gleichzeitig macht es nicht wirklich zufrieden und dies leitet über zu dem Bruder des Burnouts dem Boreout, dem „Überlangweiltsein“, das fast deckungsgleich die selben Krankheitszeichen zeigt wie der Burnout.


Selbstakzeptanz und eigene Wertschätzung, Erkennung meiner Kapazitätsgrenzen, materielle Genügsamkeit, Beschäftigung mit aufbauenden Freizeitaktivitäten, z. B. Spaziergänge und Wandern in der kraftspendenden und ausgleichenden Natur, sowie lernen „Nein-sagen“ zu können und die Pflege ehrlicher Freundschaften können eigenständige Maßnahmen sein, die Schieflage lebensbejahender Einstellung wieder ins Lot zu bringen.








Chakren von Dr. Detlef Eichberg
 
ChakrenKönnte es sein, dass uns außer einem Blutkreislauf auch ein Energiekreislauf durchpulst? In östlichen Kulturen weiß man seit Jahrtausenden, dass auf so genannten Meridianen feine Energieströme fließen. In der Elektro-Akkupunktur und Bioresonanz kann dies heutzutage physikalisch gemessen und dargestellt werden. Im Verlauf dieser Energiebahnen wiederum gibt es Zentren, in denen sich Energiepotentiale besonders konzentrieren. Im Yoga kennt man über 100 dieser Chakren. Davon wiederum existieren sieben Haupt-Chakren:

Das Scheitelchakra liegt -wie der Name bereits ausdrückt- auf einer Linie in der Mitte des Schädels. Ihm wird eine silber-weiße Farbe zugeordnet. Es symbolisiert unsere Verbindung zur Spiritualität und dem göttlichen Selbst .
In der Mitte der Stirn befindet sich das Stirnchakra oder „Dritte Auge“. Wir stellen es uns als dunkelblaue oder violette Scheibe vor (übrigens kann man sich alle folgenden Chakren als farbige Scheiben vorstellen.). Dem Stirnchakra wird unsere intuitive Weisheit zugeordnet.
Das Halschakra in der Höhe der Schilddrüse trägt die Farbe hellblau. Hier befindet sich energetisch gesehenunser
Kommunikationszentrum.
Ein sehr wichtiges Chakra stellt das Herzchakra dar, das sich auf der Höhe der Mitte unseres Brustbeines befindet. Es ist das Chakra der Liebe - zu sich selbst und allem, was existiert. Wir können es uns in der Farbe lindgrün vorstellen.
Zwischen Brustbein und Bauchnabel befindet sich das Sonnengeflecht, der Solarplexus. Dieses Zentrum leuchtet in der Farbe dottergelb. Es ist das Chakra des emotionalen Austausches. Hier können wir unsere eigenen Emotionen und die der anderen Menschen spüren.
Der Hara-Bereich unterhalb des Bauchnabels ist unser Kraft- und Sexualzentrum. Hier befindet sich auch unsere wahre körperliche Mitte. Dieses Chakra trägt die Farbe orange.
Wenn wir unseren Atem beim Einatmen hierhin lenken, versorgen wir dieses Kraftwerk mit Energie.
Das Wurzelchakra schließlich befindet sich in der Region des Steißbeins und ist durch ein kaminrot charakterisiert. Dieses Chakra verbindet uns mit der Erde und sorgt dafür, dass wir geerdet sind und nicht abheben.
Chakrenausgleich
Um den Energiefluss in unserem Körper zu harmonisieren, können wir den Chakren-Ausgleich durchführen. Hierfür
legen wir die rechte Hand auf das Herzchakra und spüren gut in dieses lindgrüne Zentrum. Dann stellen wir uns auf einer
gedachten Linie eine Verbindung des Herzchakras zum Wurzelchakra vor und legen die linke Hand unter das Steißbein.

Im Einatmen stellen wir uns vor, dass vom roten Wurzelchakra auf einer gedachten Linie Energie zum grünen Herzchakra fließt. Im Ausatmen leiten wir Energie vom grünen Herzchakra zum roten Wurzelchakra. Das ganze ein paar mal.
Während die rechte Hand im Verlauf des gesamten Chakren-Ausgleichs immer auf dem Herzchakra liegen bleibt, wandert die linke Hand vom Wurzelchakra zum orangenen Hara-Bereich. Wir stellen uns wieder vor, dass im Einatmen vom Hara Energie zum Herzchakra fließt und dann umgekehrt im Ausatmen vom Herz zum Hara. Die Visualisierung der Farben dabei bitte nicht vergessen.
Nun wandert die linke Hand zum gelben Solarplexus und es vollzieht sich hier der Energieausgleich in selber Weise wie oben.
Während die rechte Hand weiterhin auf dem Herzchakra liegen bleibt, legt sich die linke Hand der Reihe nach auf das Halschakra (hellblau), Stirnchakra(dunkelblau) und das Scheitelchakra (silberweiß), um wie oben den jeweiligen Ausgleich durchzuführen. Der einzige Unterschied: sobald die linke Hand die rechte „überspringt“, fließt im Einatmen die Energie vom Herzchakra von unten nach oben und im Ausatmen zum Beispiel vom Halschakra nach unten zum Herzchakra.
Haben alle Chakren auf der Gedachten Linie mit dem Herzchakra Verbindung gehabt, legen wir abschließend beide Hände rechts und links neben das Scheitelchakra auf unser Haupt und stellen uns vor, dass sich vom Scheitelchakra ein silberweißer „Nebel“ ausbreitet und vom Kopf abwärts unseren ganzen Körper wie ein Schutzmantel umhüllt. In dieser silberweißen Aura können wir uns sicher und geborgen fühlen. Abschließend zieht sich die Aura wieder zurück und verschwindet im Scheitelchakra.